Digitalisierungsstrategien haben in vielen Verwaltungen denselben Lauf:
Irgendwann taucht der Punkt auf der Agenda auf, alle nicken, man merkt: Da läuft einiges schief. Also: her mit der Strategiekeule! Ein Sachgebiet produziert ein 20-seitiges PDF – im schlimmsten Fall ein KI-Plagiat der Nachbarkommune. Voilà, Haken dran.

Aber mal ehrlich: Wer glaubt ernsthaft, dass so etwas eine Verwaltung digital auf Vordermann bringt? Eben.

Projektlisten statt Strategie? Nett, aber nicht nachhaltig.

Die nächste Variante kennen wir auch: Eine Umfrage in den Fachbereichen, jeder darf seine „digitalen Projekte“ eintragen – und schwupps haben wir eine Projektliste. Gar nicht mal schlecht, aber: Sobald es um Prioritäten, Verantwortlichkeiten oder Budgets geht, knallen die Silos aufeinander und die schönste Liste versinkt im Verwaltungsalltag.

Das ist kein Vorwurf, sondern schlicht Realität. Wer Digitalisierung nur in Projekten denkt, bleibt an der Oberfläche.

Tiefer graben – Strukturen statt Symptomkur.

Unsere „Frohe Stunde“ mit Andreas Kraut (Link zum Recap der Frohen Stunde) hat es wieder wunderbar gezeigt: Wirkliche Strategien entstehen dort, wo eine Verwaltung Entscheidungsfähigkeit entwickelt.
Wo klar ist:

  • Wer entscheidet eigentlich was?

  • Wie werden Entscheidungen umgesetzt?

  • Welche Rollen und Programme tragen Verantwortung?

Plötzlich sind es nicht mehr PDFs oder Projektlisten, sondern Strukturen, die wirken.

Kultur & Mindset – die unterschätzte Dimension.

Eine Digitalisierungsstrategie bedeutet nicht nur Technik. Es geht darum, eine Kultur zu schaffen, in der:

  • Mitarbeitende sich ihrer Rolle bewusst sind.

  • Digitallotsen Zeit haben, Freiräume schlagen und wirklich gestalten.

  • Veränderung nicht als Störung, sondern als Chance begriffen wird.

  • An der Kaffeemaschine über Digitalisierung nicht gestöhnt, sondern gelacht wird.

Das klingt nach Utopie? Vielleicht. Aber genau da liegt die eigentliche Wirkung einer Strategie: Sie formt die Haltung, die Kultur, das Miteinander.

Eine Vision, die über die eAkte hinausgeht.

Digitalisierung ist mehr als die Einführung einer E-Akte. Sie bedeutet: Verwaltungen sind lernfähig, anpassungsfähig – und schaffen es, gute Leute zu halten und zu gewinnen. Eine Verwaltung, die attraktiv, modern und handlungsfähig ist.

Unser Werkzeug: Das Strategie-Hexagon.

Damit das Ganze nicht im Wolkigen bleibt, braucht es ein Werkzeug, das systematisch durch die richtigen Fragen führt. Genau das leistet das Strategie-Hexagon der Innovationsagentur Dark Horse.

Das Hexagon unterscheidet sechs Felder, die jede Strategie durchdenken sollte:

  • Zweck: Wofür treten wir an?

  • Kultur: Wer sind wir?

  • Struktur: Wie organisieren wir uns?

  • Kompetenz: Worin sind wir gut?

  • Wertversprechen: Wie überzeugen wir?

  • Spielfeld: Wo spielen wir?

Damit geht es um weit mehr als um eine Projektliste. Es geht um die Innen- und Außenperspektive einer Organisation, um Identität und Handlungsfähigkeit gleichermaßen.

Gerade für Verwaltungen ist das spannend: Sie sind keine Unternehmen, die Profitmaximierung im Blick haben. Aber sie brauchen genauso einen klaren Zweck, eine funktionierende Organisation, Kompetenzen, die wirken, und ein Spielfeld, das sie absteckt.

Das Hexagon zwingt uns, tiefer zu gehen:

  • Welche Kultur herrscht in der Verwaltung?

  • Welche Strukturen blockieren Entscheidungen?

  • Was ist der eigentliche Zweck digitaler Projekte – Service, Effizienz oder gesellschaftliche Teilhabe?

Genau deshalb nutzen wir es so gerne: Es eröffnet den Blick auf die echten Hebel.

Und jetzt?

In den kommenden Blogbeiträgen werden wir diese drei Felder, die uns für die Verwaltung besonders wichtig sind – Struktur, Kultur und Zweck – genauer beleuchten. Mit klaren Thesen, mit Beispielen und mit Fragen, die vielleicht wehtun. Nicht um anzuklagen, sondern um Verwaltungen ins Nachdenken und ins Handeln zu bringen.

Denn eine Digitalisierungsstrategie ist kein PDF und keine Projektliste, sondern eine Reise: von der ToDo-Agenda hin zu echter Veränderung.

Zeit, Strategie neu zu denken!

Unsere Beratungs- und Workshopformate bringen echte Bewegung in die strategische Arbeit – praxisnah, wirksam und kommunal erprobt. Ob Digitalstrategie, Organisationsentwicklung oder Kulturwandel – wir bieten genau das Format, das Euch wirklich weiterbringt.

Beispielthemen:

  • Digitalisierungsstrategie ohne PDF-Falle – wie wir echte Wirkung erzeugen

  • Struktur, Kultur, Zweck – die drei unterschätzten Hebel der Verwaltungsentwicklung

  • Von der Projektliste zur Handlungsfähigkeit – was Verwaltungen jetzt brauchen

Schreib uns direkt – wir entwickeln ein Angebot, das zu Euren Herausforderungen passt.