Kommunikation und Beteiligung: unser 4B-Modell

11.9.2018 | Der Digitale Wandel drängt sich mit aller Macht auf die kommunale Agenda. Dabei ist das Thema nicht nur komplex und diffus, sondern idR geht es gleich um Technologie – Software, Hardware, Plattformen, Big und Little Data. Aber halt, sage ich immer gerne, denn da ist das „Ding mit dem Eisberg“. Wenn man sich die Digitalisierung als Eisberg vorstellt, dann ist die Technologie der sichtbare Teil. „Verborgen“ scheint ein nicht weniger wichtiger Part der Digitalisierung – die größtenteils analoge Kommunikation und Beteiligung, als Prozess vor der technischen Umsetzung. Und dieser Teil ist mehrschichtig. Und während die Akteure sich zu gerne auf die Eisbergspitze konzentrieren, kollidieren sie am Ende mit Eisbergteil unter der Oberfläche.

Es gibt viele Punkte in der Entwicklung einer kommunal, digitalen Strategie, an denen man „das Dinge mit dem Eisberg“ verdeutlichen könnte. Ich führe es an einem Punkt vor: Begriffskompetenz. Regelmäßig, wie auch in diesem Frühjahr, bringt die Initiative D21 den D21-Digital-Index heraus, eine Studie zur „Lage der digitalen Gesellschaft“. Über 20.000 Bürgerinnen ab 14 Jahre, einem Querschnitt durch die Bevölkerung, werden rund um das Thema Digitalisierung befragt. Immer wieder ernüchternd, die „Digitalkompetenz“, bei der die Befragten Begriffe erklären sollen. Ich picke einige Kernbegriffe des Digitalen Wandels, auch in Kommunen, heraus: Cloud, Bots, Big Data, E-Government, Smart Meter. Während die Cloud noch 56 Prozent der Befragten erklären konnten, „schmieren“ die anderen Begriffe komplett ab: 23, 21, 19 und 10 Prozent. Es herrscht also offenbar eine eklatante Unkenntnis der Menschen über das, was Kommunen da gerade tun oder vor sich haben. Das sind denkbar ungünstige Voraussetzungen, um Prozesse zu initiieren, die ohne eine kritische Masse an Beteiligung nicht weit kommen werden.

Es ist essentiell in einem so umgreifenden Prozess wie dem Digitalen Wandel, alle Beteiligten mit an Bord zu haben. Wenn diese allerdings noch nicht einmal zentrale Begriffe verstehen, braucht man an der Stelle auch nicht Akzeptanz oder gar Beteiligung zu erwarten. Die Agentur bächle & spree hat die Zeichen erkannt. Wir setzen auf Wissen, Aufklärung, Diskurs, Kommunikation und Transparenz – und zwar verwaltungsintern wie -extern. Dazu haben wir gemeinsam mit unserem Partnern den Vereinten Talente ein Kommunikationsmodell auf den Weg gebracht: das 4B-Modell. Mit diesem Instrument, können wir an jedem Punkt der digitalen Strategie ermitteln, wo die Zielgruppen eigentlich stehen. Unsere Indikatoren sind die 4B: Berichten, Befähigen und Begeistern sowie Beteiligen. Ein Indikator baut auf dem Anderen auf und klar ist, wem nicht berichtet wurde, der weiß nicht und wird sich auch nicht beteiligen. Das ist unser Beitrag als Digitalisierungslotse, damit Kommunen den ganzen Eisberg im Blick haben.

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