Kommunen und Datenökonomie? Warum nicht mit Daten Geld verdienen…

07.09.18 | Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass Kommunen Potenziale haben mit Daten Geld zu verdienen, diese aber nicht nutzen. Man muss vorsichtig formulieren, wenn man über dieses Thema spricht – eine dahingehende Wortmeldung des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Städte- und Gemeindebundes sorgte letztens für Furore.

Ich bin aber ebenso der Meinung, dass der Grundgedanke, dass auch Kommunen auf Daten basierende Geschäftsmodelle generieren nicht falsch ist. Im Gegenteil: grundsätzlich ist der Gedanke sehr nachhaltig aus deren Sicht. Es gibt einige große Konzerne, die mit Daten immense Wertschöpfung schaffen. Wieso sollten Kommunen diese mit eigenen Datenbeständen nicht tun. Es gehört natürlich eine gewaltige Portion Wissen und Sensibilität dazu, wenn man diesen Weg geht. Beispielsweise muss der Open Data-Bewegung genügend Spielraum eingestanden werden, sodass diese auch weiterhin ihren Beitrag zu einem
gesunden kommunalen Ökosystem leisten kann.

Es ist zweifelsohne ein Paradigmenwechsel über den man sprechen muss. Aber auch im Handlungsrahmen der Daseinsvorsorge müssen den Gemeinden und Städten die Möglichkeiten der Refinanzierung offen stehen. Diese müssen selbst entscheiden können, ob sie diese nutzen und vor allem auch wie.

Im Grunde muss man auch feststellen, dass der Besitz von Daten noch immer in vielen Fällen eine Grauzone ist. Worüber ich also sprechen möchte ist vielmehr Dienstleistungen um die Bereitstellung von Daten – zum Beispiel auch werbefinanzierte Plattformen. GIS-Systeme werden beispielsweise noch nicht ausreichend monetär bedacht. Kommunen stellen bereits heute viele Daten öffentlich bereit, die gekoppelt mit einem weiterentwickelten Informationssystem für die Bürgerinnen durchaus auch Refinanzierungspotenzial besitzen.

Deshalb plädiere ich sehr dafür das Thema Datenökonomie nicht pauschal zu verurteilen. Es geht – wie immer in der Digitalisierung – um Einzelfallentscheidungen in der jeweilige Kommune.