Digitales Finanzamt

26.11.2018  |  Eigentlich ist die kommunale Digitalisierung der Schwerpunkt von bächle & spree. Aber diese Geschichte, die in den Bereich Digitalisierung Landesebene fällt, muss ich verarbeiten. Rubrik: Digitalisierung at its best. Es gibt ja viele Stories, aber die ist glaube ich wirklich „gut“ und sie hat sich tatsächlich so ereignet: Wenn man von Bundesland A in Bundesland B umzieht und wenn man seine Einkommenssteuererklärung noch im Finanzamt in Bundesland A abgegeben hat, der Bescheid aber vom Finanzamt in Bundesland B versandt wird, dann fordert das Finanzamt im Bundesland B die Akte beim Finanzamt in Bundesland A an. Das Finanzamt in Bundesland B sendet die Akte postalisch(!) zum Finanzamt in Bundesland A. Das passiert nicht aus Sicherheitsgründen, sondern schlicht, weil es anders, zum Beispiel digital, technisch nicht geht. Die technischen Gründen liegen aber auch ausschließlich daran, dass Bundesland A und Bundesland B sich nicht auf eine gemeinsame Datenschnittstelle einigen können. Von der Anforderung der Akte durch Finanzamt in Bundesland B an Finanzamt in Bundesland A sind geschätzt drei Monate vergangen. Da es sich um einen Verwaltungsakt handelt, gehe ich stark davon aus, dass dafür ein Brief aufgesetzt werden musste, der handschriftlich unterzeichnet und dann postalisch zum Finanzamt in A gesandt wurde. In dieser Übergangszeit war es natürlich schwierig für die Sachbearbeiterinnen Auskunft zu erteilen wie der Bearbeitungsstand des Vorgangs ist, weil die Akte postalisch schwer zu finden ist. Letzte Woche, also nach rund drei Monaten, ist die Akte erfreulicherweise in Finanzamt in Bundesland B eingegangen. Die Bearbeiter geben sich beste Mühe (ich glaube auch, weil sie wirklich mitfühlend sind) den Vorgang zu einem Ende zu bringen. Allerdings müssen die Daten ja noch digitalisiert werden. Ich habe investigativ nachgefragt und ja, dieser Prozess findet manuell statt. Das wird noch ca. drei bis vier Wochen dauern. 

Ganz ehrlich: es liegt nicht an den Sachbearbeiterinnen in den Finanzämtern, die sehr kompetent und freundlich ihren Job machen!

PS: Jetzt verstehe ich warum die Steuersoftware Elster heißt!